Basisinformationen für Ärztinnen und Ärzte
Merkmale der Studie
Überblick
Studienprotokoll
EMPOWER Basisfragebogen
EMPOWER Nachuntersuchungsfragebogen
Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,
das Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin
an der Charité in Berlin, die Wilhelm von Humboldt Stiftung und das
Zentrum für Epidemiologie und Gesundheitsforschung Berlin (ZEG) möchten
Sie um Ihre Mithilfe in einer Arzneimittelsicherheitsstudie bei Patientinnen
bitten, die einer Hormontherapie nach Ovarektomie und Hysterektomie
bedürfen. Die Studie wird finanziell vom Hersteller des bisher einzigen
für diese Indikation zugelassenen Testosteronpflasters Intrinsa unterstützt.
Die wissenschaftliche Planung und Durchführung wird jedoch unabhängig
vom Sponsor in Absprache mit der europäischen Zulassungsbehörde EMEA
und unter der Aufsicht eines unabhängigen, wissenschaftlichen Beratungsgremiums
durchgeführt.
Die abrupte Veränderung des hormonellen Milieus
nach einer chirurgisch induzierten Menopause hat erhebliche Konsequenzen
für die betroffenen Frauen. Oft kommt es trotz einer adäquaten Östrogen-Ersatztherapie
zur deutlichen Verminderung sexueller Gedanken, Phantasien und Lustempfindungen.
Diese, und die in der Folge auch verminderte sexuelle Aktivität, können
das Selbstwertgefühl und die Paarbeziehung erheblich stören und sind
mit deutlichem Leidensdruck verbunden. Der ursächliche Zusammenhang
mit der gleichzeitigen Absenkung der Testosteronproduktion ließ sich
schon früher durch die Wirksamkeit entsprechender individueller Substitution
zeigen; er ist jetzt durch die Studien für die europäische Zulassung
des Testosteronpflasters Intrinsa auch regulatorisch anerkannt. Das
Pflaster gibt täglich 300 Mikrogramm Testosteron transdermal ab und
ist damit dem physiologischen Bedarf der Frau angepasst.
Während die großen Zulassungsstudien die Wirksamkeit und
Verträglichkeit des Pflasters belegt haben, ist doch die Frage der langfristigen
Sicherheit erst durch breite Anwendung, also nach der Zulassung zuverlässig
zu klären. In Zusammenarbeit mit den europäischen Zulassungsbehörden
wurde ein umfassender Risiko-Management-Plan aufgestellt, zu dem auch
diese Studie gehört. Obwohl es aus den Zulassungsstudien keinen Anhalt
für ein erhöhtes Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen oder Brustkrebs
gibt, gilt diesen beiden Bereichen aus grundsätzlichen Erwägungen heraus
unsere besondere Aufmerksamkeit.
Merkmale der Studie
Die Kohortenstudie ist prospektiv und kontrolliert angelegt.
Es erfolgen keine studienbedingten therapeutischen Interventionen. Die
in Frage kommenden Frauen sollten entsprechend den Indikationskriterien
für Intrinsa ovarektomiert und hysterektomiert sein. Verglichen werden
Frauen, die eine bisher übliche Östrogen-Ersatztherapie erhalten, mit
Frauen, die zusätzlich Intrinsa erhalten.
Die Entscheidung über die Therapieform soll unabhängig von der Studie
erfolgen. Ihr persönlicher Beitrag zur Studie besteht in der Dokumentation
des Ausgangsstatus, der Indikation und der medikamentösen Therapie.
Im weiteren Verlauf befragt das Zentrum für Epidemiologie und Gesundheitsforschung
(ZEG) die Patientinnen in regelmäßigen Abständen über schwerwiegende
Erkrankungen. Die von Patientinnen berichteten schwerwiegenden unerwünschten
Ereignissen werden dann über die an der Diagnosestellung und Behandlung
beteiligten Ärzte validiert.
Überblick
Welche Frauen können eingeschlossen werden?
- Frauen mit beidseitiger Ovarektomie und Hysterektomie.
- Frauen, die eine Hormonersatztherapie beginnen oder
die Medikation wechseln, unabhängig von vorausgegangenen Therapien,
wenn sie ein neues Rezept verschrieben bekommen. Als HRT kommt entweder
Östrogen allein oder Östrogen plus Intrinsa Testosteronpflaster (bei
Libidoverminderung und der Indikation „Hypoactive Sexual Desire Disorder“,
HSDD / Vermindertes sexuelles Verlangen der Frau) infrage.
Was wird in Ihrer Praxis stattfinden?
- Die Patientinnen werden gefragt, ob sie bereit sind,
an der Studie teilzunehmen, nach Information um ihr schriftliches
Einverständnis gebeten und erhalten die Studienunterlagen.
- Die Patientinnen füllen den ersten Fragebogen noch
in der Praxis aus.
- Der Arzt trägt die verschriebene Medikation und die
Indikation ein.
- Die Praxis schickt diese Dokumente im vorbereiteten
Umschlag an das kooperierende Feldinstitut in Deutschland (TNS Infratest).
- Alle anderen logistischen Vorgänge werden von
ZEG oder TNS Infratest bearbeitet. Gelegentlich könnten Fragen
bei der Validierung möglicher schwerwiegender Erkrankungen auftreten.
In diesem Fall würden wir uns an Sie als Arzt wenden.
Was müssen Ihre Patienten beitragen?
- Die Einverständniserklärung unterschreiben.
- Den ersten Fragebogen in der Praxis ausfüllen.
- In den nächsten (bis zu 8) Jahren kurze Follow-up
Fragen beantworten. Die Bögen werden mit einem kleinen Geschenk und
einem frankierten Antwortumschlag direkt an die Patientinnen geschickt.
Diese sorgfältig angelegte multinationale Sicherheitsstudie wird zu
vielen Fragen zur sicheren Anwendung der Hormonsubstitution bei chirurgisch
ausgelöster Menopause wertvolle Informationen ergeben und damit die
verantwortungsvolle evidenzbasierte Therapie unterstützen.
Wir würden uns freuen, wenn wir zusammenarbeiten könnten.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Jürgen Dinger
Zentrum für Epidemiologie und Gesundheitsforschung
Dr. Alfred Pauls
Wilhelm von Humboldt Stiftung
Prof. Dr. Dr. Klaus M. Beier
Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Charité
Studienprotokoll (englische Version)
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