Wofür wird Intrinsa angewendet?
Intrinsa wird zur Behandlung von Frauen angewendet, denen der Uterus (Gebärmutter)
und beide Ovarien (Eierstöcke) entfernt wurden, wenn sie an einem Mangel
an sexuellen Gedanken und sexuellem Verlangen leiden, der sie seelisch belastet.
Es wird bei Patientinnen angewendet, die bereits ein Östrogen (weibliches Geschlechtshormon) einnehmen. Das Arzneimittel
bedarf einer ärztlichen Verschreibung.
Wie wird Intrinsa angewendet?
Intrinsa wird als Dauerbehandlung angewendet, indem
zweimal wöchentlich ein Pflaster aufgebracht wird. Das Pflaster wird
auf die trockene, saubere Haut im Bereich des Unterbauchs (unterhalb der
Taille) aufgebracht. Es verbleibt für 3 bis 4 Tage auf der Haut und
wird dann an einer anderen Stelle durch ein neues ersetzt. Auf dieselbe Hautstelle darf erst mindestens 7
Tage später wieder ein Pflaster aufgebracht werden. Es kann länger
als einen Monat dauern, bis die Patientin eine Besserung verspürt.
Patientinnen, bei denen eine 3- bis 6-monatige Behandlung ohne Nutzen bleibt,
sollten sich an ihren Arzt wenden und ihre Behandlung überprüfen
lassen.
Wie wirkt Intrinsa?
Der arzneilich wirksame Bestandteil in Intrinsa, Testosteron,
ist ein natürliches Geschlechtshormon, das bei Männern und in
geringerem Ausmaß auch bei Frauen gebildet wird. Eine Abnahme der
Testosteronkonzentration wurde mit einer Abnahme des sexuellen Verlangens,
weniger sexuellen Gedanken sowie einer verminderten sexuellen Erregung in
Verbindung gebracht. Bei Frauen, denen der Uterus und die Ovarien entfernt
wurden, wird nur noch die halbe Menge an Testosteron produziert. Intrinsa
setzt Testosteron durch die Haut in den Blutkreislauf frei, um Testosteronspiegel
zu erreichen, die den Spiegeln vor der Operation entsprechen.
Wie wurde Intrinsa untersucht?
Weil Testosteron ein hinlänglich bekannter Wirkstoff
ist, der bereits in anderen Arzneimitteln verwendet wird, führte das
Unternehmen nicht nur eigene Studien durch, sondern verwendete auch Daten
aus der veröffentlichten Literatur. In die Hauptstudien über die
Wirksamkeit von Intrinsa
wurden 1 095 Frauen (durchschnittliches Alter: 49) aufgenommen, die Intrinsa
für eine Dauer von bis zu einem Jahr erhielten. Intrinsa wurde mit
einem Placebo (Scheinbehandlung) verglichen. In den Studien wurde ein spezieller
Fragebogen zur Messung von sexuellem Interesse und sexueller Aktivität (Anzahl der befriedigenden sexuellen Episoden in einem Zeitraum von 4 Wochen)
verwendet, und das Maß für die Wirksamkeit basierte auf der Veränderung
der im Fragebogen angegebenen Punktzahl (Score) vor der Studie (Ausgangswert)
und nach 6 Monaten (24 Wochen) der Behandlung mit dem Medikament.
Welchen Nutzen hat Intrinsa in diesen Studien gezeigt?
Intrinsa war wirksamer als das Placebo: die gemeinsame
Auswertung der Ergebnisse aller Studien ergab eine durchschnittliche Verbesserung
von 1,07 befriedigenden sexuellen Episoden über einen Zeitraum von
4 Wochen bei Frauen, die Intrinsa erhielten, im Vergleich zu den Frauen,
die das Placebo erhielten. Dies bedeutet, dass im Durchschnitt Frauen, die vor der
Behandlung durchschnittlich einen Ausgangswert von 3 befriedigenden sexuellen
Episoden innerhalb von 4 Wochen hatten, nach 6-monatiger Behandlung mit
Intrinsa 5 solcher Episoden innerhalb von 4 Wochen hatten. Frauen, die 6 Monate lang ein Placebo anwendeten, hatten
am Ende der Studie durchschnittlich 4 befriedigende sexuelle Episoden innerhalb
von 4 Wochen.
Welche Risiken sind mit Intrinsa verbunden?
Die häufigsten Nebenwirkungen (die bei mehr als
1 von 10 Patienten beobachtet wurden) waren Reaktionen an der Applikationsstelle
des Pflasters (Rötung, Juckreiz). Die vollständige Liste der im
Zusammenhang mit Intrinsa berichteten Nebenwirkungen ist der Packungsbeilage
zu entnehmen. Weil Testosteron ein männliches Geschlechtshormon ist, sollten Frauen, die
Intrinsa anwenden, daraufhin überwacht werden, ob sich unerwünschte
Wirkungen im Zusammenhang mit den androgenen Wirkungen von Testosteron (Entwicklung
von männlichen Geschlechtsmerkmalen, wie z. B. Haarwuchs im Gesicht,
tiefere Stimme, Haarausfall) entwickeln. Frauen sollten sich an ihren Arzt
wenden, wenn sie solche Wirkungen an sich feststellen. Intrinsa sollte nicht
bei Patientinnen angewendet werden, die möglicherweise überempfindlich
(allergisch) gegenüber Testosteron oder einem der sonstigen Bestandteile
sind. Auch bei Frauen, die Brustkrebs oder eine andere östrogenabhängige
Krebsart haben bzw. gehabt haben oder wegen anderer Erkrankungen keine östrogenhaltigen
Medikamente einnehmen können, sollte Intrinsa nicht angewendet werden.
Frauen, die Intrinsa anwenden, sollten auch Östrogene verwenden, jedoch
keine so genannten ‘konjugierten Östrogene’, da diese Kombination
nicht so wirksam ist.
Warum wurde Intrinsa zugelassen?
Nach abschließender Auffassung des Ausschusses
für Humanarzneimittel (CHMP) hat sich gezeigt, dass Intrinsa die Symptome
der Störung mit vermindertem sexuellen Verlangen (HSDD) bei Frauen,
denen der Uterus und beide Ovarien entfernt wurden, wirksamer als ein Placebo
lindert. Der CHMP kam zu dem Schluss, dass die Vorteile von Intrinsa gegenüber
den Risiken überwiegen, und empfahl, die Genehmigung für das Inverkehrbringen
von Intrinsa zu erteilen.
Welche Maßnahmen werden zur Gewährleistung der sicheren Anwendung von Intrinsa ergriffen?
Das Unternehmen, das Intrinsa herstellt, wird einige
der Nebenwirkungen von Intrinsa, wie z. B. die androgenen Nebenwirkungen,
streng überwachen. Das Unternehmen wird in allen laufenden Studien
mit Intrinsa die möglichen Langzeitrisiken (Brustkrebs, Gebärmutterschleimhautkrebs,
Nebenwirkungen des Herz-Kreislauf-Systems) prüfen. Es wird einen Aufklärungsplan
für Ärzte und Patientinnen erstellen.
Weitere Informationen über Intrinsa:
Am 28 Juli 2006 erteilte die Europäische Kommission
dem Unternehmen Procter & Gamble Pharmaceuticals UK Ltd. eine Genehmigung
für das Inverkehrbringen von Intrinsa in der gesamten Europäischen
Union.
Informationen der Packungsbeilage