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Anwendung - Gegenanzeigen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Nebenwirkungen


Östrogenersatztherapie (Estrogen Replacement Therapy, ERT)

Alle Patientinnen, die an der EMPOWER Studie teilnehmen, erhalten eine Östrogenersatztherapie (ERT), entweder als Monotherapie oder in Kombination mit Intrinsa.


Anwendung

Bei Östrogenmangelsymptomen nach der Menopause bzw. nach operativer Entfernung der Eierstöcke

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Gegenanzeigen

  • bestehender oder früherer Brustkrebs bzw. ein entsprechender Verdacht
  • östrogenabhängiger maligner Tumor bzw. ein entsprechender Verdacht (v. a. Endometriumkarzinom)
  • nicht abgeklärte Blutungen im Genitalbereich
  • unbehandelte Endometriumhyperplasie
  • frühere idiopathische oder bestehende venöse thromboembolische Erkrankungen (v. a. tiefe Venenthrombose, Lungenembolie)
  • bestehende oder erst kurze Zeit zurückliegende arterielle thromboembolische Erkrankungen (v. a. Angina pectoris, Myokardinfarkt)
  • akute Lebererkrankung oder zurückliegende Lebererkrankungen, solange sich die Leberenzym-Werte nicht normalisiert haben
  • Porphyrie
  • vorausgegangene oder bestehende Lebertumoren (gut- oder bösartig)
  • schwere Hypertriglyceridämie

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Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Eine Hormonsubstitutionstherapie sollte nur zur Behandlung solcher postmenopausaler Beschwerden begonnen werden, welche die Lebensqualität beeinträchtigen. Nutzen und Risiken sollten in jedem Einzelfall mindestens jährlich sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Eine Hormonsubstitutionstherapie sollte nur so lange fortgeführt werden, wie der Nutzen die Risiken überwiegt.

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Medizinische Untersuchung/Kontrolluntersuchungen

Vor Beginn bzw. Wiederaufnahme einer Hormonsubstitutionstherapie ist eine vollständige Eigen- und Familienanamnese der Patientin zu erheben. Die körperliche Untersuchung (einschließlich Unterleib und Brust) sollte sich an diesen Anamnesen sowie den Gegenanzeigen und Warnhinweisen für die Anwendung des jeweiligen Arzneimittels orientieren. Während der Behandlung werden regelmäßige Kontrolluntersuchungen empfohlen, die sich in Häufigkeit und Art nach der individuellen Risikosituation der Frau richten. Die Frauen sollten darüber aufgeklärt werden, welche Veränderungen ihrer Brüste sie dem Arzt oder der Krankenschwester mitteilen müssen (siehe ,,Brustkrebs‘‘ weiter unten). Die Untersuchungen, einschließlich Mammographie, sind entsprechend der gegenwärtig üblichen Vorsorgepraxis und den klinischen Notwendigkeiten der einzelnen Frau durchzuführen.

Besteht der Verdacht auf ein Prolaktinom, sollte dieses vor Beginn der Behandlung ausgeschlossen werden.

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Situationen, die eine Überwachung erfordern

Die Patientin sollte engmaschig überwacht werden, wenn eine der folgenden Situationen vorliegt oder früher vorlag und/oder sich während einer Schwangerschaft oder einer zurückliegenden Hormonbehandlung verschlechtert hat. Dies gilt auch für den Fall, dass eine der nachfolgend genannten Situationen im Laufe der Hormonsubstitutionstherapie auftritt bzw. sich verschlechtert, insbesondere:

  • Leiomyom (Uterusmyom) oder Endometriose
  • Thromboembolien in der Anamnese oder entsprechende Risikofaktoren (siehe unten)
  • Risikofaktoren für östrogenabhängige Tumoren, z. B. Auftreten von Mammakarzinom bei Verwandten ersten Grades
  • Hypertonie
  • Diabetes mellitus mit oder ohne Beteiligung der Gefäße
  • Cholelithiasis
  • Migräne oder (starke) Kopfschmerzen
  • Systemischer Lupus erythematodes (SLE)
  • Endometriumhyperplasie in der Anamnese (siehe unten)
  • Fibrozystische Mastopathie
  • Epilepsie
  • Asthma
  • Otosklerose
  • Dubin-Johnson- und Rotor-Syndrom
  • Sichelzellenanämie
  • idiopathischer Schwangerschaftsikterus und schwerer Schwangerschaftspruritus in der Anamnese
  • Adipositas permagna
  • Chorea minor

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Gründe für einen sofortigen Therapieabbruch

Die Therapie ist bei Auftreten einer Gegenanzeige sowie in den folgenden Situationen abzubrechen:

  • Ikterus oder Verschlechterung der Leberfunktion
  • signifikante Erhöhung des Blutdrucks
  • erstmaliges Einsetzen migräneartiger Kopfschmerzen
  • akute Sehstörungen oder sonstige Ausfälle
  • Schwangerschaft.

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Endometriumhyperplasie

Das Risiko für Endometriumhyperplasie und -karzinom ist bei längerfristiger Östrogenmonotherapie erhöht. Bei nicht-hysterektomierten Frauen wird dieses Risiko durch die zusätzliche Gabe eines Gestagens für mindestens 10 Tage pro Zyklus weitgehend reduziert.

Durchbruch- und Schmierblutungen können während der ersten Monate der Behandlung auftreten. Wenn solche Blutungen einige Zeit später im Verlauf der Therapie auftreten bzw. nach Therapieende anhalten, muss die Ursache ermittelt und u. U. eine Biopsie des Endometriums durchgeführt werden, um eine bösartige Entartung des Endometriums auszuschließen.
Ungehinderte Östrogenstimulation kann zu einer prämalignen oder malignen Transformation residualer Endometrioseherde führen. Daher wird in Fällen, in denen auf Grund einer Endometriose eine Hysterektomie vorgenommen wurde, die Gabe von Gestagen zusätzlich zur Östrogenersatztherapie empfohlen, vor allem, wenn eine residuale Endometriose vorliegt.

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Brustkrebs

In einer randomisierten, Placebo-kontrollierten klinischen Studie, der Women’s Health Initiative Studie (im Folgenden WHI-Studie), und in epidemiologischen Studien einschließlich der Million Women Study (MWS) wurde bei Frauen, die im Rahmen einer Hormonsubstitutionstherapie über mehrere Jahre Östrogene, Östrogen-Gestagen-Kombinationen oder Tibolon eingenommen hatten, ein erhöhtes Brustkrebsrisiko festgestellt. Für alle Varianten einer Hormonsubstitutionstherapie zeigt sich ein erhöhtes Risiko nach einigen Anwendungsjahren, das mit zunehmender Behandlungsdauer ansteigt, aber einige (spätestens fünf) Jahre nach Behandlungsende wieder auf das altersentsprechende Grundrisiko zurückkehrt.

In der MWS war das relative Brustkrebsrisiko bei einer Hormonsubstitutionstherapie mit konjugierten equinen Östrogenen oder Estradiol größer, wenn ein Gestagen hinzugefügt wurde, und zwar unabhängig von der Art des Gestagens und des Anwendungsregimes der Hormonsubstitutionstherapie (kontinuierliche oder sequenzielle Gabe des Gestagens). Es gab keinen Hinweis auf Unterschiede im Risiko hinsichtlich der verschiedenen Applikationsarten.

In der WHI-Studie kam es unter dem verwendeten Produkt aus konjugierten equinen Östrogenen kontinuierlich kombiniert mit Medroxyprogesteronacetat zu Brusttumoren, die leicht größer waren und häufiger lokale Lymphknotenmetastasen ausgebildet hatten als unter Placebo.

Eine Hormonsubstitutionstherapie, insbesondere eine kombinierte Behandlung mit Östrogenen und Gestagenen, führt zu einer erhöhten Brustdichte in der Mammographie, was sich nachteilig auf die radiologische Brustkrebsdiagnostik auswirken kann.

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Venöse Thromboembolie

Eine Hormonsubstitutionstherapie ist mit einem erhöhten relativen Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) verbunden, v. a. für tiefe Venenthrombosen oder Lungenembolien. In einer randomisierten, kontrollierten klinischen Studie und in epidemiologischen Untersuchungen zeigte sich ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko bei Anwenderinnen dieser Therapie gegenüber Nicht-Anwenderinnen.

Es wird geschätzt, dass bei 1.000 Nicht-Anwenderinnen in einem Zeitraum von 5 Jahren etwa 3 Fälle von VTE in der Altersgruppe von 50 bis 59 Jahren auftreten und 8 Fälle in der Altersgruppe von 60 bis 69 Jahren.
Unter 1.000 gesunden Frauen, die Arzneimittel zur Hormonsubstitutionstherapie über einen Zeitraum von 5 Jahren anwenden, treten nach dieser Schätzung zusätzlich 2 bis 6 (bester Schätzer =4) Fälle von VTE in der Altersgruppe von 50 bis 59 Jahren auf und 5 bis 15 Fälle (bester Schätzer =9) in der Altersgruppe von 60 bis 69 Jahren. Im ersten Jahr einer Hormonsubstitutionstherapie ist das Auftreten einer VTE wahrscheinlicher als später.

Zu den allgemein anerkannten VTE-Risikofaktoren gehören

  • eine entsprechende persönliche oder familiäre Belastung
  • ein erhebliches Übergewicht (BMI 30 kg/m2) sowie
  • ein Systemischer Lupus erythematodes (SLE).

Es besteht kein Konsens über die mögliche Rolle von Varizen bei VTE.

Patientinnen mit VTE in der Anamnese oder bekannter Thrombophilie haben ein erhöhtes VTE-Risiko. Eine Hormonsubstitutionstherapie kann dieses Risiko erhöhen. Eine persönliche oder starke familiäre Belastung in Bezug auf Thromboembolien oder wiederholte Spontanaborte in der Anamnese sollten zum Ausschluss einer thrombophilen Prädisposition abgeklärt werden. Bis zur genauen Bewertung der Thrombophiliefaktoren oder bis zum Beginn einer Behandlung mit Antikoagulanzien ist eine Hormonsubstitutionstherapie kontraindiziert. Bei Frauen, die bereits mit Antikoagulanzien behandelt werden, müssen Nutzen und Risiko einer Hormonsubstitutionstherapie sorgfältig gegeneinander abgewogen werden.

Das VTE-Risiko kann bei längerer Immobilisierung, einem schwereren Trauma oder einer größeren Operation zeitweilig erhöht sein. Wie bei allen postoperativen Patienten müssen die prophylaktischen Maßnahmen zur Verhinderung einer VTE nach einer Operation äußerst genau eingehalten werden. Wenn nach einer vorgesehenen Operation, vor allem im abdominellen oder im orthopädischen Bereich an den unteren Extremitäten, mit einer längeren Immobilisierung zu rechnen ist, sollte erwogen werden, ob eine zeitweilige Unterbrechung der Hormonsubstitutionstherapie 4 bis 6 Wochen vor dem Eingriff möglich ist. Diese Behandlung sollte ggf. erst dann wieder aufgenommen werden, wenn die Frau wieder vollständig mobilisiert ist.

Sollte sich eine VTE nach Beginn der Hormonsubstitutionstherapie entwickeln, muss das Arzneimittel abgesetzt werden. Die Patientinnen sollten darauf hingewiesen werden, dass sie sofort Kontakt mit einem Arzt aufnehmen müssen, wenn sie mögliche Symptome einer Thromboembolie bemerken (insbesondere schmerzhafte Schwellung eines Beins, plötzlicher Schmerz im Brustkorb, Atemnot).

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Koronare Herzkrankheit

Aus randomisierten, kontrollierten klinischen Studien gibt es keine Hinweise auf einen kardiovaskulären Nutzen einer kontinuierlich kombinierten Hormonsubstitutionstherapie mit konjugierten equinen Östrogenen und Medroxyprogesteronacetat.

Zwei große klinische Studien (WHI-Studie und HERS [= Heart and Östrogen/Progestin Replacement Study]) zeigten ein möglicherweise erhöhtes Risiko kardiovaskulärer Morbidität im ersten Jahr der Anwendung und insgesamt keinen Nutzen.

Für andere Arzneimittel zur Hormonsubstitutionstherapie gibt es nur wenige Daten aus randomisierten, kontrollierten Studien, in denen die Wirkung auf die kardiovaskuläre Morbidität oder Mortalität untersucht wurde.

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Schlaganfall

In einer großen, randomisierten, klinischen Studie (WHI-Studie) wurde ein erhöhtes Risiko für einen ischämischen Schlaganfall (als sekundärer Endpunkt) bei gesunden Frauen während einer kontinuierlich kombinierten Hormonsubstitutionstherapie mit konjugierten equinen Östrogenen und Medroxyprogesteronacetat gefunden.

Es wird geschätzt, dass bei 1.000 Frauen, die keine Arzneimittel zur Hormonsubstitutionstherapie anwenden, in einem Zeitraum von 5 Jahren etwa 3 Fälle von Schlaganfall in der Altersgruppe von 50 bis 59 Jahren auftreten und 11 Fälle in der Altersgruppe von 60 bis 69 Jahren.
Bei 1.000 Frauen, die konjugierte equine Östrogene und Medroxyprogesteronacetat 5 Jahre lang anwenden, beträgt demnach die Anzahl der zusätzlichen Fälle von Schlaganfall im Alter von 50 bis 59 Jahren 0 bis 3 (bester Schätzer =1) und im Alter zwischen 60 und 69 Jahren 1 bis 9 (bester Schätzer =4).

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Ovarialkarzinom

Langzeitanwendung (mindestens 5 bis 10 Jahre) von Östrogen-Monoarzneimitteln zur Hormonsubstitutionstherapie bei hysterektomierten Frauen ist nach Ergebnissen einiger epidemiologischer Studien mit einem erhöhten Ovarialkarzinom-Risiko verbunden. Derzeit kann nicht sicher beurteilt werden, ob die Langzeitanwendung von Östrogen-Gestagen-Kombinationsarzneimitteln zur Hormonsubstitutionstherapie im Vergleich zu Östrogen-Monoarzneimitteln ein anderes Risiko mit sich bringt.

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Sonstige Erkrankungszustände

Patientinnen mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose-Malabsorption oder Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten ein Östrogen nicht einnehmen.

Östrogene können eine Flüssigkeitsretention bewirken; daher müssen Patientinnen mit kardialen oder renalen Funktionsstörungen sorgfältig beobachtet werden. Patientinnen mit terminaler Niereninsuffizienz müssen engmaschig überwacht werden, weil davon auszugehen ist, dass die Plasmaspiegel der zirkulierenden Wirkstoffe erhöht sind.

Frauen mit vorbestehender Hypertriglyzeridämie müssen während einer Östrogen- oder Östrogen-Gestagen-Hormonsubstitutionstherapie engmaschig überwacht werden, weil im Zusammenhang mit einer Östrogentherapie unter derartigen Umständen von seltenen Fällen eines starken Triglyzeridanstiegs im Plasma mit der Folge einer Pankreatitis berichtet wurde.

Östrogene erhöhen die Konzentration des thyroxinbindenden Globulins (TBG), wodurch es zu einem Anstieg des gesamten zirkulierenden Schilddrüsenhormons kommt, was anhand des proteingebundenen Jods (PBI), des T4-Spiegels (über Säulentrennung oder durch Radioimmunassay) oder T3-Spiegels (Radioimmunassay) gemessen wird. Die T3-Harzaufnahme ist herabgesetzt, was einen TBG-Anstieg widerspiegelt. Die freien T4- und T3-Konzentrationen verändern sich nicht. Andere Bindungsproteine können im Serum erhöht sein, wie das Corticoid-bindende Globulin (CBG) und das Sexualhormon-bindende Globulin (SHBG), was zu einem Ansteigen der zirkulierenden Corticoide bzw. Sexualhormone führt. Freie oder biologisch aktive Hormonkonzentrationen bleiben unverändert. Andere Plasmaproteine können erhöht sein (Angiotensinogen/Reninsubstrat, α1-Antitrypsin, Coeruloplasmin).

Es gibt keinen schlüssigen Hinweis auf eine Verbesserung kognitiver Fähigkeiten durch eine Hormonsubstitutionstherapie. Aus der WHI-Studie gibt es Hinweise über ein erhöhtes Risiko für eine wahrscheinliche Demenz bei Frauen, die mit einer kontinuierlich kombinierten Hormonsubstitutionstherapie bestehend aus konjugierten equinen Östrogenen und Medroxyprogesteronacetat nach dem 65. Lebensjahr beginnen. Es ist nicht bekannt, ob diese Erkenntnisse auch für jüngere postmenopausale Frauen oder andere Produkte zur Hormonsubstitutionstherapie gelten.

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Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen


Arzneimittelwechselwirkungen

Der Metabolismus von Östrogenen kann durch die gleichzeitige Anwendung von Wirkstoffen verstärkt werden, die bekanntlich Arzneimittel-metabolisierende Enzyme, vor allem die Cytochrom-P450-Enzyme, induzieren; zu diesen Wirkstoffen gehören Antikonvulsiva (z. B. Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin, Oxcarbazepin, Topiramat, Felbamat, Primidon) und Antiinfektiva (z. B. Rifampicin, Rifabutin, Nevirapin, Efavirenz), Griseofulvin, Meprobamat und Phenylbutazonverbindungen.

Ritonavir und Nelfinavir haben, wenn sie zeitgleich mit Steroidhormonen angewandt werden, enzyminduzierende Eigenschaften, obwohl sie eigentlich als starke Enzymhemmer bekannt sind. Pflanzenpräparate, die Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten, können den Östrogenmetabolismus induzieren.

Klinisch kann ein erhöhter Östrogen-Metabolismus zu einer verminderten Wirkung dieser Hormone und zu Veränderungen des uterinen Blutungsmusters führen.

Arzneimittel, die die Wirkung von metabolisierenden Enzymen hemmen (z. B. Ketoconazol), können den Plasmaspiegel von Östrogenen erhöhen.

Östrogene können die Wirkungen und Nebenwirkungen von Imipramin verstärken.

Bei gleichzeitiger Gabe von Cyclosporin kann es durch verminderte hepatische Ausscheidung von Cyclosporin zu erhöhten Cyclosporin-, Kreatinin- und Transaminasen-Blutspiegeln kommen.

Durch Veränderungen an der Darmflora infolge gleichzeitiger Einnahme von Aktivkohle und/oder Antibiotika, z. B. Ampicillin oder Tetrazyklin, sind erniedrigte Wirkstoffspiegel beobachtet worden, so dass die Wirkung von Östrogenen abgeschwächt sein kann. Dabei wurde über erhöhte Raten von Zwischenblutungen berichtet.

Andere Substanzen wie z. B. Paracetamol, das in starkem Maße während der Darmpassage konjugiert wird, können in Konkurrenz zur Konjugation der Östrogene treten und damit eine erhöhte Verfügbarkeit von Estradiol bewirken.

Die Notwendigkeit bzw. Dosierung einer Behandlung mit oralen Antidiabetika oder mit Insulin kann sich infolge des Östrogeneffektes auf die Glucosetoleranz und des Ansprechens auf Insulin ändern.

Durch Alkoholkonsum während der Einnahme von Östrogenen kann es zu erhöhten Estradiolspiegeln kommen.

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Nebenwirkungen

Folgende Häufigkeitsangaben werden zugrunde gelegt:

  • Sehr häufig: 10 % und mehr
  • Häufig: zwischen 1 % und unter 10 %
  • Gelegentlich: zwischen 0,1 % und unter 1 %
  • Selten: zwischen 0,01 % und unter 0,1 %
  • Sehr selten: weniger als 0,01 % einschließlich Einzelfälle

    Nebenwirkungen, über die Anwenderinnen einer Hormonsubstitutionstherapie berichteten, sind:

    Organsystem Häufig Gelegentlich Selten
    Störungen des Herzens und der Gefäße   Palpitationen  
    Störungen der Augen   Sehstörungen Unverträglichkeit von Kontaktlinsen
    Störungen des Verdauungstrakts Übelkeit, Bauchschmerzen Dyspepsie, Appetitzunahme Blähungen, Erbrechen
    Allgemeine Erkrankungen/Symptome Veränderungen des Körpergewichts Ödeme, Natrium- und Wasserretention Müdigkeit
    Störungen des Immunsystems   Überempfindlichkeitsreaktionen  
    Skelettmuskulatur- und Bindegewebserkrankungen     Muskelkrämpfe
    Störungen des Nervensystems Kopfschmerzen Schwindel, depressive Verstimmungen Migräne, Angstzustände, Veränderungen der Libido
    Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse Veränderungen der Menstruationsblutungsmuster, verstärkte oder abgeschwächte Entzugsblutungen, Zwischenblutungen in Form von Schmierblutungen oder auch von Durchbruchsblutungen (Diese Blutungsunregelmäßigkeiten verschwinden in der Regel bei andauernder Therapie) Brustspannen, Brustschmerz Dysmenorrhoe, Veränderungen der Vaginalsekretion, Prämenstruelles Syndrom, Vergrößerung der Brüste
    Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes Ausschlag, Pruritus Chloasma, Erythema multiforme, Erythema nodosum, vaskuläre Purpura, Urticaria Hirsutismus, Akne, Haarausfall


    Über folgende zusätzliche unerwünschte Wirkungen wurde im Zusammenhang mit einer Östrogen-Monotherapie berichtet:
    Veränderung der Glucosetoleranz, Stimmungsschwankungen, Hypertonie, Verschlimmerung oder Entzündung von Krampfadern, Völlegefühl, Diarrhoe, Leberfunktionsstörungen, vaginale Candidiasis, zervikale Hypersekretion, Portioerosion, Wachstum von Leiomyomen des Uterus, Sekretion der Brustdrüsen, Nasenbluten.

    Schwere Nebenwirkungen, die unter einer Hormonsubstitutionstherapie auftreten können, sind auch im Abschnitt ,,Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung‘‘ aufgeführt.

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Brustkrebs

Laut zahlreicher epidemiologischer Studien und einer randomisierten, Placebo-kontrollierten Studie, der WHI-Studie, steigt bei Frauen, die eine Hormonsubstitutionstherapie anwenden oder vor kurzem angewendet haben, das Brustkrebsrisiko insgesamt mit zunehmender Dauer der Hormonsubstitutionstherapie an.

Für eine Hormonsubstitutionstherapie mit Östrogen-Monopräparaten sind die Schätzungen für das relative Risiko (RR) aus einer Re-Analyse von Originaldaten aus 51 epidemiologischen Studien (bei denen zu mehr als 80 % die Hormonsubstitutionstherapie mit Östrogen-Monopräparaten durchgeführt wurde) und aus der epidemiologischen Million Women Study (MWS) mit 1,35 (95 % KI 1,21 – 1,49) bzw. 1,30 (95 % KI 1,21 – 1,40) ähnlich.

Für eine kombinierte Hormonsubstitutionstherapie aus Östrogen plus Gestagen wurde in zahlreichen epidemiologischen Studien ein höheres Gesamtrisiko für Brustkrebs als mit Östrogen allein ermittelt.

In der MWS wurde berichtet, dass, verglichen mit Frauen, die nie eine Hormonsubstitutionstherapie erhalten hatten, die Verwendung verschiedener Arten von Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur Hormonsubstitutionstherapie mit einem höheren Brustkrebsrisiko verbunden war (RR=2,00; 95 % KI 1,88 – 2,12) als die Verwendung von Östrogen allein (RR=1,30 95 % KI 1,21 – 1,40) oder die Verwendung von Tibolon (RR=1,45; 95 % KI 1,25 – 1,68).

In der WHI-Studie wurde eine Risikoschätzung von 1,24 (95 % KI 1,01 – 1,54) nach 5,6-jähriger Anwendung einer kombinierten Östrogen-Gestagen-Substitutionstherapie (konjugierte equine Östrogene + Medroxyprogesteronacetat) für alle Anwenderinnen gegenüber Placebo angegeben.

Die absoluten Risiken, berechnet auf der Grundlage der MWS und der WHI-Studie, sind nachfolgend dargestellt:

In der MWS wurde, basierend auf der bekannten durchschnittlichen Inzidenz von Brustkrebs in Industrieländern, geschätzt, dass

  • bei ca. 32 von 1.000 Frauen, die keine Hormonsubstitutionstherapie erhalten, zwischen ihrem 50. und 64. Lebensjahr ein Brustkrebs diagnostiziert wird.
  • unter 1.000 Frauen, die gegenwärtig oder in jüngster Vergangenheit eine Hormonsubstitutionstherapie erhalten haben, sich folgende Anzahl zusätzlicher Fälle im entsprechenden Zeitraum ergibt:
    • Für Anwenderinnen einer Östrogen-Monotherapie
      • zwischen 0 und 3 (bester Schätzer =1,5) bei 5-jähriger Anwendung
      • zwischen 3 und 7 (bester Schätzer =5) bei 10-jähriger Anwendung
    • Für Anwenderinnen einer kombinierten Östrogen-Gestagen-Substitutionstherapie
      • zwischen 5 und 7 (bester Schätzer =6) bei 5-jähriger Anwendung
      • zwischen 18 und 20 (bester Schätzer =19) bei 10-jähriger Anwendung.

Nach Schätzung der WHI-Studie treten aufgrund einer kombinierten Östrogen-Gestagen-Substitutionstherapie (konjugierte equine Östrogene + Medroxyprogesteronacetat) nach 5,6-jähriger Beobachtungszeit von Frauen im Alter zwischen 50 und 79 Jahren 8 zusätzliche Fälle von invasivem Brustkrebs pro 10.000 Frauenjahre auf.

Basierend auf Berechnungen mit den Studiendaten wird geschätzt, dass

  • unter 1.000 Frauen in der Placebogruppe ungefähr 16 Fälle von invasivem Brustkrebs in 5 Jahren diagnostiziert werden.
  • unter 1.000 Frauen, die eine kombinierte Östrogen-Gestagen-Substitutionstherapie (konjugierte equine Östrogene + Medroxyprogesteronacetat) erhalten hatten, die Zahl der zusätzlichen Fälle zwischen 0 und 9 (bester Schätzer =4) bei 5-jähriger Anwendung liegt.

    Die Anzahl der zusätzlichen Brustkrebsfälle bei Frauen, die eine Hormonsubstitutionstherapie erhalten, ist im Wesentlichen ähnlich bei allen Frauen, die eine Hormonsubstitutionstherapie beginnen, unabhängig vom Alter bei Beginn der Hormonsubstitutionstherapie (zwischen 45 und 65 Jahren).

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Lebertumor

In seltenen Fällen sind nach Anwendung von Steroidhormonen gutartige, noch seltener bösartige Lebertumoren beobachtet worden, die vereinzelt zu lebensgefährlichen intraabdominalen Blutungen geführt haben. Wenn starke Oberbauchbeschwerden, eine Lebervergrößerung oder Anzeichen einer intraabdominalen Blutung auftreten, sollte ein Lebertumor in die differentialdiagnostischen Überlegungen einbezogen werden.


Endometriumkarzinom

Bei Frauen mit intaktem Uterus steigt das Risiko einer Endometriumhyperplasie und eines Endometriumkarzinoms mit zunehmender Dauer einer Östrogen-Monotherapie an. Nach den Daten aus epidemiologischen Studien besagt die beste Risikoschätzung, dass bei 5 von 1.000 Frauen, die keine Hormonsubstitutionstherapie erhalten, zwischen ihrem 50. und 65. Lebensjahr ein Endometriumkarzinom diagnostiziert wird. In Abhängigkeit von der Behandlungsdauer und Östrogendosis erhöht sich dieser Anstieg des Endometriumkarzinomrisikos bei Anwenderinnen einer Östrogen-Monotherapie um den Faktor 2 bis 12 gegenüber Nicht- Anwenderinnen. Durch die Zugabe eines Gestagens zu der Östrogen-Monotherapie reduziert sich dieses erhöhte Risiko deutlich.

 

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